K57 neu
Die Planungen zum Bau der neuen K57 sind über 40 Jahre alt und sollten schon
kurz nach 1970 mit der Erneuerung der K60 (Eilers Weg/Ochtruper Straße) umgesetzt werden.
Sichbares Zeugnis dieser Planung ist der tote Straßenstumpf 200 m nördlich vom Wohnhaus des Bürgermeisters Franz Möllering in Offlum.
Die kürzlich vom Kreis Steinfurt vorgestellten neuesten Planungen sehen jetzt einen Straßenneubau vor,
der 70 m nördlich der Siedlung Dörper Berg verlaufen soll.
Die Straße soll in das Gelände eingeschnitten werden und auf der südlichen Seite einen Wall bekommen.
Die Trassenführung würde auf ihrer ganzen Länge beste landwirtschaftliche Äcker durchschneiden
und fast 30 m Geländebreite beanspruchen.
Die Straße soll kreuzungsfrei, nur mit zwei Anbindungen an bestehende Kreisstraßen, gebaut werden.
Vorhandene Wirtschaftswege müßten mit Brückenbauwerken diese Trasse überwinden,
ein Anschluß von Grundstücksauffahrten ist nicht vorgesehen.
Um den Verkehr auf diese Straße zu zwingen, soll die Rheiner Straße in Sutrum Harum abgebunden werden.
Nach dieser Planung würde der Straßenneubau etwa 5 Millionen Euro kosten,
wovon die Gemeinde Neuenkirchen die Hälfte direkt bezahlen müßte.
Die Brückenbauwerke und die Neuerschließung der landwirtschaftlichen Restgrundstücke sind dabei noch nicht eingerechnet.
Geschichte der Planung

Wege und Straßen am Neuenkirchener Berg um 1842
Die ursprüngliche Planung (vor 1970 [unten auf dem Plan rot eingezeichnet]) sah vor,
dem jahrhundertealten Postweg von Zwolle nach Rheine zu folgen
(vergl. Unser Kreis 2010; Geschichte und Entstehung der Neuenkirchener Post; Seite 20).
In Neunenkirchen läuft dieser alte Postdamm auf der nördlichen Seite des Thieberges von der Windkraftanlage (Puppe/Möllering),
vorbei an Sperfelds Kreuz, vorbei an Bertels (Landersum 1), Richtung alte Mülldeponie.
(Bilder dieses alten Postdamms finden sich hier:
Bild 1
und hier:
Bild 2)
Hinter dem Kalkwerk sollte die Verbindung zur B70 erfolgen.
Die Planung konnte nicht umgesetzt werden,
weil das Land NRW diese Straßenführung wegen des Kalkvorkommens am Neuenkirchener Berg kategorisch ablehnte.

Verschiedene Trassenplanungen für die K57 neu am Neuenkirchener Berg
Die Alternativplanung sah dann vor,
zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben Puppe und Sperfeld hindurch eine Verbindung
zur bestehenden alten K57 (Wadelheimer Chaussee) zu schaffen.
Dieses hätte viele Zerschneidungen von Flächen bedeutet und war daher nicht realisierbar.
[auf dem Plan oben in blau eingezeichnet]
Vor über 20 Jahren gab es schon vermehrt Klagen über Fremdverkehr auf dem Bergweg von Ochtrup Richtung Rheine.
Der Bergweg wurde am Hovekampsweg (bei Holtgräve, Hovekampsweg 30) abgebunden.
Der Schleichweg nach Rheine verlängerte sich hierdurch um etwa 300 m (über Hovekampsweg - In der Welle - zurück auf den Bergweg).
Der innerörtliche Bergweg wurde dann grunderneuert und mit vielen Einengungen und Aufpflasterungen versehen,
Tempo 30 und rechts vor links, sodass er für den Durchgangsverkehr unattraktiver wurde.
Der Verkehr vom westlichen Bergweg lief jetzt auch teilweise über den Hovekampsweg - Zum Thie - Rheiner Straße.
Vor etwa 15 Jahren gab es zunehmende Proteste der Anwohner der westlichen Bergwegsiedlung gegen den Fremdverkehr
(der nach der Ausschilderung über den Eilersweg und Westfalenring Richtung Rheine hätte laufen sollen).
Der Antrag, den Bergweg direkt westlich der Kleinsiedlung abzubinden,
wurde in geheimer Abstimmung im Rat mit nur einer Stimme Mehrheit abgelehnt.
Das ungelöste Problem am Bergweg führte dann zu der Überlegung eine Kreisstraße
auf einem Wirtschaftsweg zwischen der Ochtruper Straße und der Salzbergener Straße planen zu lassen.
[auf dem Plan oben in grün eingezeichnet]
Heutiger Zustand
Nachdem die ursprünglichen Pläne für die neue K57 bereits vor 40 Jharen hätten umgesetzt werden sollen,
erfolgte in Haddorf die Beschilderung Richtung Rheine wie angedacht, geradeaus
und nicht mehr links ab auf die alte K57.

Kreuzung der K60 (geradeaus) mit der K57 (links) in Haddorf; Blickrichtung ost
Die alte K57 von Haddorf über Landersum nach Wadelheim geriet in Vergessenheit und wurde vernachlässigt.
Kein Hinweisschild weist auf diese Kreisstraße hin und der bauliche Zustand dieser Kreistraße
ist nach 40 Jahren in einem derart schlechten Zustand,
dass sie von einem Wirtschaftsweg nur noch durch vereinzelte kleine Schildchen an wenigen Leitpfosten zu unterscheiden ist.

Einsamer Leitposten an der K57 in Landersum in der Höhe des ehemaligen Hofes Hundt
Dabei ist der Weg von der Kreuzung der K60 mit der K57 in Haddorf bis nach Rheine
zur Thiekluse (Frankenburg) über die alte K57 nur etwa 8 km lang.

Streckeverlauf der alten K57 von der Kreuzung K60/K57 bis zu Thiekluse in Rheine (Ausgemessen mit Google Earth)

Thiekluse in Rheine am Ende der K57 in Wadelhein in Höhe der Frankenburg; Blickrichtung ost
Auf dieser Strecke gibt es nur in Wadelheim eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h,
sodass sonst überall mit 100 km/h gefahren werden dürfte.
Allein der katastrophale Straßenzustand ermöglicht keine Geschwindigkeiten von mehr als 70 km/h.
Für die Wegstrecke benötigte ich mit dem PKW daher 9 Minuten und 30 Sekunden,
was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von gut 50 km/h entspricht.
Der Rückweg von Rheine über die Neuenkirchener Straße und den Westfalenring ist fast 10,5 km lang.

Neuenkirchener Straße in Rheine in Höhe der Thiekluse (Frankenburg); Blickrichtung west

Streckeverlauf der Ochtruper Straße - Eilers Weg - Westfalenring - Rheiner Straße, von der Kreuzung K60/K57 bis zu Thiekluse in Rheine
Auf dieser Strecke gibt es fast überall Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 80, 70 und 50 km/h.
Zusätzlich viele Ampelanlagen auf dem Westfalenring,
sodass ich für diese Fahrstrecke über 14 Minuten benötigte,
was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 45 km/h entspricht.

Kreuzung der K60 (geradeaus) mit der K57 (rechts) in Haddorf; Blickrichtung west
Fazit
Die alte K57 muß dringend von Grund auf saniert werden.
Die Beschilderung ist so vorzunehmen,
dass der Verkehr von Bilk und Ochtrup in Richtung Rheine wieder über die kürzere K57 alt geleitet wird.
Diese Maßnahmen dürfte zu einer Entlastung des Westfalenringes beitragen,
sodass eine neue K57 nicht mehr benötigt wird insbesondere dann,
wenn der Lückenschluss der B70n in Wettringen erfolgt ist.
Als flankierende Maßnahme zur Entlastung des Bergweges und Alternative für den landwirtschaftlichen Verkehr,
wäre es sinnvoll einen vorhandenen Feldweg als multifunktionalen Wirtschaftsweg mit einer Asphaltdecke herzurichten.
Wobei das Teilstück 1 [im Plan unten rot gezeichnet] 900 m lang wäre und für ein weiteres mögliches Teilstück
[im Plan unten grün gezeichnet] noch etwa 350 m befestigt werden müßten.

Unbefestigte Feldwege am Neuenkirchener Berg sind rot und grün eingezeichnet.
Karl Hovekamp 14. April 2010